Häufig gestellte Fragen zur Steuererklärung
Alles, was du über deine jährliche Steuererklärung in Deutschland wissen musst
Du musst eine Steuererklärung abgeben, wenn du selbstständig oder freiberuflich tätig bist, mehrere Einkommensquellen hast oder wenn das Finanzamt dich dazu auffordert. Für Arbeitnehmer mit nur einem Arbeitgeber ist sie meist nicht zwingend erforderlich – es sei denn, du möchtest Werbungskosten geltend machen oder hast Einkünfte aus Vermietung. Die Frist für die Abgabe ist normalerweise der 31. Mai des Folgejahres, wenn du selbst abgibst. Nutzt du einen Steuerberater, verlängert sich die Frist bis zum 30. September.
Du brauchst vor allem deine Lohnsteuerbescheinigung vom Arbeitgeber, Kontoauszüge für Kapitalerträge und Nachweise für Sonderausgaben wie Versicherungsbeiträge oder Spenden. Wenn du ein Arbeitszimmer oder Homeoffice hast, sammle die entsprechenden Belege. Für Werbungskosten wie Fahrtkosten, Fortbildungen oder Berufskleidung solltest du Quittungen und Rechnungen bereithalten. Eine komplette Checkliste mit allen relevanten Dokumenten hilft dir, nichts zu vergessen.
Ja, seit 2020 kannst du eine Homeoffice-Pauschale von 5 Euro pro Arbeitstag im Homeoffice geltend machen, maximal 120 Euro pro Jahr (24 Tage). Alternativ kannst du die tatsächlichen Kosten für dein Arbeitszimmer abrechnen, wenn es ausschließlich beruflich genutzt wird – das ist oft deutlich rentabler. Wichtig: Die Pauschale und die Kostenerstattung können nicht kombiniert werden.
Werbungskosten sind Ausgaben, die dir unmittelbar durch deine berufliche Tätigkeit entstehen. Dazu gehören Fahrtkosten zur Arbeit (0,30 Euro pro Kilometer Entfernung zur Arbeit), Fachliteratur, Berufskleidung, Fortbildungen und Bewerbungskosten. Wenn du nicht alle einzelnen Belege hast, kannst du eine Werbungskostenpauschale von 1.200 Euro im Jahr nutzen. Um Werbungskosten abzusetzen, musst du sie in deiner Steuererklärung angeben und die Belege aufbewahren.
Du musst Belege wie Rechnungen, Quittungen und Kontoauszüge mindestens 6 Jahre lang aufbewahren. Das gilt auch für Unterlagen, die du nicht eingereicht hast, aber als Grundlage für deine Steuererklärung gedient haben. Das Finanzamt kann deine Unterlagen bis zu 10 Jahre zurückfordern, daher ist eine längere Aufbewahrung sicherer. Digitale Belege sind genauso gültig wie Papierdokumente.
Kleine Fehler sind nicht schlimm – das Finanzamt korrigiert sie häufig von selbst. Wenn du einen gravierenden Fehler entdeckst, kannst du deine Steuererklärung beim Finanzamt ändern oder ergänzen. Besser ist es, Fehler zu vermeiden, indem du deine Angaben vor dem Absenden nochmal überprüfst. Im Zweifelsfall hilft dir ein Steuerberater weiter und sichert dich auch rechtlich ab.
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