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Welche Ausgaben können Sie absetzen?

Ein praktischer Leitfaden zu Werbungskosten und Sonderausgaben, die Ihre Steuerlast senken können

8 min Lesezeit Mittelstufe Februar 2026
Mann mit Brille studiert Steuererklärungsformulare an seinem Arbeitsplatz

Warum Ausgaben absetzen wichtig ist

Bei der Steuererklärung geht es nicht nur darum, die richtigen Angaben zu machen — es geht auch darum, alle Ausgaben geltend zu machen, die das Finanzamt anerkennt. Viele Menschen zahlen mehr Steuern als notwendig, weil sie nicht wissen, welche Kosten sie absetzen können. Das muss nicht sein.

Die gute Nachricht: Es gibt viele Möglichkeiten, Ihre Steuerlast zu senken. Ob Homeoffice-Kosten, Arbeitsmittel oder berufliche Fortbildungen — wenn Sie die Spielregeln kennen, lässt sich oft eine beachtliche Summe sparen.

Die Hauptkategorien: Werbungskosten vs. Sonderausgaben

Es ist wichtig zu verstehen, dass es zwei verschiedene Arten von Ausgaben gibt, die das Finanzamt anerkennt. Jede Kategorie hat unterschiedliche Regeln und Grenzen.

Werbungskosten

Ausgaben, die direkt mit Ihrer beruflichen Tätigkeit verbunden sind. Das Finanzamt sieht diese als Aufwendungen an, um Einkünfte zu erwerben. Dazu gehören Fahrtkosten zur Arbeit, Arbeitsmittel, Berufsbekleidung und Fortbildungen.

Sonderausgaben

Persönliche Aufwendungen, die das Finanzamt aber trotzdem anerkennt. Diese sind nicht direkt mit Einkünften verbunden, werden aber aus Gründen der Allgemeinheit begünstigt. Beispiele: Altersvorsorge, Krankenversicherung, Spenden.

Arbeitszimmer und Homeoffice richtig absetzen

Das Homeoffice ist für viele zur Normalität geworden. Und das Gute: Sie können tatsächlich einen Teil dieser Kosten absetzen. Es gibt aber unterschiedliche Möglichkeiten, und es lohnt sich, die richtige zu wählen.

Die einfachste Variante ist die Homeoffice-Pauschale. Diese liegt bei 5 Euro pro Tag im Homeoffice, maximal 600 Euro pro Jahr. Sie brauchen keine Belege und keine Nachweise — Sie tragen einfach die Tage ein und fertig.

Wenn Sie ein komplettes Arbeitszimmer haben, das ausschließlich beruflich genutzt wird, können Sie die Kosten nach dem tatsächlichen Aufwand abrechnen. Das bedeutet: Sie berechnen den Anteil der Nebenkosten, Miete oder Reparaturen für diesen Raum und setzen ihn ab. Das ist oft deutlich mehr als die Pauschale — vorausgesetzt, Sie können alle Kosten dokumentieren.

Ordentliches Homeoffice mit Schreibtisch, Computer und Regal, minimalistisch eingerichtet
Tabellarische Übersicht von Werbungskosten mit Ausgaben und Belegen

Diese Werbungskosten werden oft vergessen

Viele Ausgaben lassen sich absetzen, fallen aber nicht sofort auf. Das Finanzamt ist hier großzügiger, als viele denken — wenn Sie die richtigen Nachweise haben.

  • Fahrtkosten: 30 Cent pro Kilometer für die Fahrt zur Arbeit. Das gilt für den einfachen Weg, nicht für Hin- und Rückfahrt.
  • Arbeitsmittel: Laptop, Software, Schreibtisch, Bücher — alles, was Sie für Ihre Arbeit brauchen, können Sie absetzen.
  • Berufskleidung: Nur wenn es Berufskleidung ist, die Sie nicht privat tragen können. Ein dunkler Anzug zählt nicht, aber eine Polizeiuniform schon.
  • Fortbildungen: Kurse, Seminare, Zertifikate — alle Kosten für die berufliche Weiterbildung sind absetzbar.
  • Kammer- und Verbandsbeiträge: Mitgliedsbeiträge zu Berufsverbänden oder Kammern sind Werbungskosten.
  • Literatur und Abonnements: Fachzeitschriften, E-Books und Online-Kurse zum Lernen können Sie absetzen.

Belege und Nachweise: Was das Finanzamt verlangt

Eine Ausgabe absetzen ist nur möglich, wenn Sie sie nachweisen können. Deshalb ist die richtige Dokumentation entscheidend.

01

Belege sammeln

Speichern Sie Quittungen, Rechnungen und Überweisungsbelege. Digital ist dabei genau so gültig wie papierform — wichtig ist nur, dass Sie den Beleg haben.

02

Kategorisieren

Sortieren Sie Ihre Belege nach Art der Ausgabe. Das macht es später leichter, die richtige Summe in die Steuererklärung einzutragen.

03

Aufbewahren

Das Finanzamt kann Belege bis zu 6 Jahre nach Abgabe der Erklärung anfordern. Bewahren Sie alles auf, bis diese Zeit vorbei ist.

Praktische Tipps zum Geldsparen

Mit diesen Strategien maximieren Sie Ihre Ersparnisse:

Arbeitszimmer berechnen

Wenn Sie ein echtes Arbeitszimmer haben, nutzen Sie die echte Kostenrechnung statt der Pauschale. Oft spart man so deutlich mehr Steuern.

Digitale Belege nutzen

Speichern Sie Fotos von Belegen oder nutzen Sie Ausgaben-Apps. Das spart Zeit bei der Organisation und reduziert Papierkram.

Kilometergeld nicht vergessen

30 Cent pro Kilometer addieren sich schnell. Fahrtkosten sind oft die größte Sparquelle für Pendler.

Altersvorsorge maximieren

Rentenbeitrag, Rürup-Rente, Riester — diese Beiträge sind Sonderausgaben und senken Ihre Steuerlast erheblich.

Person überprüft Rechnungen und Belege auf einem Schreibtisch mit Kalender und Stift

Fazit: Kennen Sie Ihre Rechte

Das Finanzamt zahlt nicht automatisch zurück, was Ihnen zusteht. Sie müssen diese Ausgaben aktiv geltend machen. Deshalb lohnt es sich, ein wenig Zeit in die Dokumentation zu investieren — die Steuersparnis ist oft beachtlich.

Faustregel: Wenn Sie mehr als 1.000 Euro Werbungskosten pro Jahr haben, ist es meistens günstiger, diese einzeln zu erfassen statt die Pauschale von 1.000 Euro zu nehmen. Bei Sonderausgaben gilt ähnliches — es lohnt sich, alles aufzusammeln und einzutragen.

Das wichtigste: Sammeln Sie Ihre Belege bereits während des Jahres. Dann ist die Steuererklärung keine Überraschung, sondern eine einfache Aufgabe — und Sie wissen genau, wie viel Geld Sie sparen können.

Hinweis zur Vollständigkeit

Dieser Artikel bietet einen Überblick über häufige Werbungskosten und Sonderausgaben. Die Steuergesetze sind komplex und ändern sich regelmäßig. Ihre individuelle Situation kann Besonderheiten aufweisen, die hier nicht vollständig abgedeckt sind. Für Fragen zu Ihrer persönlichen Steuererklärung empfehlen wir, einen Steuerberater oder die Beratung durch das Finanzamt in Anspruch zu nehmen. Dieser Text ersetzt keine professionelle Steuerberatung.