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Schritt-für-Schritt zur ersten Steuererklärung

Ein praktischer Überblick für Anfänger: Welche Schritte sind nötig, welche Formulare brauchst du, und welche häufigen Fehler solltest du vermeiden.

6 min Lesedauer Anfänger Februar 2026
Frau am Schreibtisch überprüft Steuerdokumente mit Laptop und Notizen zur Steuererklärung

Warum eine Steuererklärung wichtig ist

Deine erste Steuererklärung kann überwältigend wirken. Es gibt Formulare, Fristen und viele Regeln zu beachten. Aber hier’s die gute Nachricht: Mit der richtigen Vorbereitung ist es deutlich einfacher als du denkst.

In diesem Leitfaden zeigen wir dir genau, wie du vorgehen solltest — von der Sammlung deiner Unterlagen bis zur Einreichung bei ELSTER. Wir konzentrieren uns auf die essentiellen Schritte, damit du dich nicht in Details verlierst.

Viele Menschen zahlen mehr Steuern als nötig, weil sie nicht wissen, welche Ausgaben sie absetzen können. Oder sie verpassen Fristen, weil ihnen unklar ist, wann genau ihre Erklärung fällig ist. Das möchten wir ändern.

Organisierter Schreibtisch mit Steuerdokumenten, Taschenrechner und Kaffee zur Vorbereitung auf die Steuererklärung

Die fünf Schritte zur Steuererklärung

So gehst du systematisch vor, ohne etwas zu vergessen.

01

Unterlagen sammeln

Deine Lohnsteuerbescheinigung, Kontoauszüge, Rechnungen für Werbungskosten und Sonderausgaben. Lege alles chronologisch ab und nutze einen Ordner oder digitale Tools wie einen Scan-Service. Das erspart dir später viel Zeit beim Suchen.

02

Das richtige Formular wählen

Brauchst du die Anlage N für Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit? Oder die Anlage S für Selbstständige? Die meisten Anfänger benötigen nur die Grundformulare. Das Finanzamt stellt Checklisten bereit, die dir helfen, die passenden Anlagen zu identifizieren.

03

Daten eintragen

Gehe die Formulare Feld für Feld durch. Manche Angaben sind Pflichtfelder, andere optional. Sei präzise bei Datumsangaben und Beträgen — kleine Fehler können zu Rückfragen führen. Nutze einen Taschenrechner zur Kontrolle deiner Summen.

04

Überprüfen und Unterschrift

Lies deine Eintragungen noch einmal durch. Stimmen alle Zahlen? Sind alle notwendigen Anlagen beigefügt? Die Unterschrift ist entscheidend — ohne sie wird deine Erklärung nicht akzeptiert.

05

Einreichen via ELSTER

Die elektronische Einreichung über ELSTER ist die schnellste Variante. Du benötigst nur dein Zertifikat oder deine Zugangsdaten. Das Finanzamt bestätigt die Annahme sofort. Oder sende deine Unterlagen per Post an dein zuständiges Finanzamt.

Welche Unterlagen brauchst du?

Nicht jeder benötigt alle Unterlagen. Das hängt von deiner persönlichen Situation ab. Aber einige sind fast immer notwendig.

Lohnsteuerbescheinigung

Von deinem Arbeitgeber. Wird dir spätestens bis 28. Februar ausgehändigt.

Rechnungen für Werbungskosten

Fahrtkosten, Fortbildungen, Arbeitsmittel. Sammle Originalquittungen oder Kontoauszüge.

Nachweise für Sonderausgaben

Rentenbeiträge, Versicherungsprämien, Spenden. Diese werden oft automatisch erfasst.

Kontoauszüge

Als Nachweis für größere Ausgaben oder Einkünfte. Bewahre mindestens die für deine Erklärung relevanten auf.

Häufige Anfängerfehler vermeiden

Diese fünf Fehler sehen wir immer wieder. Mit etwas Aufmerksamkeit kannst du sie leicht vermeiden:

1. Belege nicht aufbewahren

Das Finanzamt kann dich Jahre später noch um Nachweise bitten. Bewahre alle relevanten Belege mindestens zehn Jahre auf.

2. Fristen verpassen

Ohne Aufforderung: bis 31. Dezember des Folgejahres. Mit Aufforderung: vier Wochen. Verspätete Abgaben können zu Verspätungszuschlägen führen.

3. Ausgaben vergessen

Viele Menschen übersehen kleine Ausgaben. Ein Homeoffice-Zuschuss, Fachliteratur, Fortbildungskosten. Gehe deine Kontoauszüge systematisch durch.

4. Falsches Formular wählen

Die richtige Anlage ist entscheidend. Im Zweifelsfall schau ins Formularhandbuch des Finanzamts oder frag dort nach.

5. Unterschrift vergessen

Ohne deine Unterschrift wird die Erklärung nicht akzeptiert. Das gilt auch bei digitaler Einreichung — eine qualifizierte elektronische Signatur ist erforderlich.

Wichtige Termine für deine Steuererklärung

Wann musst du was einreichen?

28. Februar

Lohnsteuerbescheinigung

Dein Arbeitgeber muss dir diese aushändigen. Ohne sie kannst du nicht korrekt rechnen.

31. Mai

Freiwillige Abgabe

Du kannst bis zu diesem Datum einreichen, ohne dass Verzugszinsen anfallen — wenn du Nachzahlungen erwartest.

31. Dezember

Abgabefrist

Deine Steuererklärung muss spätestens zu diesem Datum beim Finanzamt sein, sonst droht ein Verspätungszuschlag.

4 Wochen

Frist bei Aufforderung

Fordert dich das Finanzamt zur Abgabe auf, hast du vier Wochen Zeit. Auch dann sind Verspätungen möglich.

Praktische Tipps für deine erste Erklärung

So machst du es dir selbst leichter.

Digitale Organisation

Nutze ein digitales Archiv oder einen Cloud-Speicher für deine Belege. Das erspart dir Papierberg und Sucherei. Scanne deine wichtigsten Dokumente ein.

Tabellenkalkulation nutzen

Eine einfache Excel- oder Calc-Datei hilft dir, Ausgaben zu kategorisieren und zu addieren. Das spart Zeit beim manuellen Ausfüllen.

Finanzamt kontaktieren

Wenn du unsicher bist, ruf dein Finanzamt an. Die Mitarbeiter beantworten Fragen gerne. Das kostet nichts und spart dir hinterher Probleme.

Rechtzeitig anfangen

Beginne schon im Februar, wenn deine Lohnsteuerbescheinigung kommt. So hast du genug Zeit und wirst nicht in Stress verfallen.

ELSTER-Anleitung lesen

Das Finanzamt stellt kostenlose Anleitungen zur Verfügung. Diese sind ausführlich und zeigen dir jeden Schritt. Nutze sie!

Hilfe holen

Du schämst dich nicht, einen Steuerberater zu fragen. Sie kosten zwischen 50 und 300 Euro je nach Aufwand. Das ist oft eine lohnende Investition.

Deine Steuererklärung ist nicht kompliziert

Mit den fünf Schritten, die wir dir gezeigt haben, schaffst du es auch ohne Steuerberater. Das Wichtigste ist: Sammle deine Unterlagen frühzeitig, wähle die richtigen Formulare, und überprüfe deine Eintragungen gründlich.

Es’s völlig normal, wenn du beim ersten Mal ein paar Fragen hast. Das Finanzamt ist dafür da, dir zu helfen. Und mit jeder Erklärung, die du machst, wird es dir leichter fallen.

Der größte Fehler wäre, die Erklärung gar nicht zu machen oder zu verzögern. Fang jetzt an, organisiere deine Unterlagen, und setz dir einen Termin für die Einreichung. So hast du den größten Teil schon hinter dir.

Rechtlicher Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite sind rein informativ und ersetzen keine professionelle Steuerberatung. Obwohl wir größte Sorgfalt walten lassen, können wir keine Garantie für die Vollständigkeit, Genauigkeit oder Aktualität der Inhalte geben. Steuergesetze ändern sich regelmäßig. Bei Fragen zu deiner persönlichen Steuersituation wende dich bitte an dein zuständiges Finanzamt oder einen qualifizierten Steuerberater. Sie können dir eine auf deine Situation zugeschnittene Beratung geben, die wir nicht leisten können.